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Psychologische Praxis für Prävention und Beratung
 
 
 
 

 

ADHS hat viele Facetten und betrifft fast alle Bereiche des täglichen Lebens. Der Alltag und das Zusammenleben mit anderen ist erschwert. Trotz gutem Willen ist das Familienleben bisweilen chaotisch, hektisch und geprägt von Kontroversen und Missverständnissen.

Zunächst einmal: ADHS zu haben ist kein Weltuntergang und es ist auch keine Modeerscheinung! ADHS ist jedoch eine ernsthafte Aufmerksamkeits-Störung. Für die Betroffenen ist eine korrekte Diagnose und fundierte Information oft der erste Schritt zur Verbesserung ihrer Lebenssituation. Es betrifft Mädchen und Jungen sowie auch Erwachsene, da das Krankheitsbild nicht im eigentlichen Sinn als heilbar gilt.

Es ist die am häufigsten diagnostizierte Psychiatrische Störung im Kinder-u. Jugendalter. Man geht davon aus, dass ca. 3 bis 10% eines Jahrgangs ein ADHS mit/ohne Hyperaktivität haben - viele davon noch immer ohne korrekte Diagnose und geeignete Hilfe.

Menschen mit ADHS können lernen, mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und durch Therapien und geeignete Schul-u. Berufswahl ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen. Wichtig sind Geduld und die Konzentration auf die eigenen Stärken! Eltern und Angehörige können diesen Prozess durch Verständnis und Hilfe maßgeblich unterstützten.

Ursachen

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse weisen daraufhin, dass es sich um eine Funktionsstörung im Stirnhirnbereich und einiger Stammganglien handelt. Spezialuntersuchungen haben gezeigt, dass bei ADS-Kindern das Stirnhirn wenig oder kaum Glucoseverbrauch zeigt (Unterfunktion der Arbeitsintensität).
Die Funktionsstörung beruht auf der Ebene der Neurotransmitter (Botenstoffe z.B. Dopamin, Noradrenalin, Serotonin) die entscheiden ob der Betroffene hypo- oder hyperaktiv ist.

Durch ihre mangelhafte neuronale Steuerung im Bereich des Stirnhirns haben die Kinder viele Gemeinsamkeiten. Häufige Symptome sind: Unkonzentriertheit, Feinmotorik-Störungen, , leicht ablenkbar und verträumt, hört gut - nimmt aber nicht alles wahr, denkt und reagiert oft langsam, vergisst viel, affektlabil und weint leicht, regt sich schnell auf und ist schnell gekränkt, fühlt sich ungeliebt und missverstanden, macht stundenlang Hausaufgaben und arbeitet in der Schule zu langsam, hat "Sprechdurchfall", kann nicht abwarten, zeigt oft Ängste etc.

Eltern und Betroffene (Erwachsene und Kinder) klagen oft über Chaos (im Zimmer, Schulranzen, Familienleben). Dabei sollte man nicht vergessen, dass viele ADHS-ler auch außergewöhnliche Stärken aufweisen:

Starker Gerechtigkeitssinn
Fürsorge für Schwächere
Kreativität in vielen Bereichen
Konzentrationsfähigkeit auf starke Interessen (Tunnelblick)
Fähigkeit zu unkonventionellen Lösungen
Verhandlungsgeschick
Rhetorische und sprachliche Fähigkeiten
Tierliebe
Interessante Persönlichkeit

Die Herausforderung liegt darin, die positiven Eigenschaften zu betonen, z.B. bei der Schul-und Berufswahl, und die Schwächen durch Therapie und Übung zu verbessern. Dann können ADS-ler ein sehr erfolgreiches Leben führen.


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